Spenderflächenkataster
Was ist das? |

Abb.: Karte der im Modellprojekt bearbeiteten Landkreise
(aus: Wikipedia - bearbeitet)
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Abb.: Karte der Landschaftsgliederung Sachsen-Anhalts
(Quelle: Reichhoff et al. 2001)
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Das Spenderflächenkataster ist eine Datenbank, welche potenziell geeignete Spenderflächen für naturnahes Begrünungsmaterial enthält. Sie entstand im Rahmen eines Modellprojektes am Prof. Hellriegel Institut der Hochschule Anhalt e.V. in Zusammenarbeit mit den zuständigen Unteren Naturschutzbehörden, lokalen Akteuren des Naturschutzes und Mitarbeitern von Schutzgebietsverwaltungen. Das Projekt wurde von August 2006 bis November 2007 durch das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt gefördert.
Da es sich um ein Modellprojekt handelte, wurden bisher nur ausgewählte Modellregionen im Land Sachsen-Anhalt bearbeitet. In den Landkreisen Bernburg, Stendal, Dessau, Köthen, Wernigerode, Quedlinburg, Ohrekreis, Aschersleben und Saalkreis (Kreise vor Kreisgebietsreform) wurde jeweils im gesamten Gebiet nach möglichen Spenderflächen recherchiert. Die Landkreise Anhalt-Zerbst, Halle und Mansfelder Land wurden aufgrund gebietsübergreifender FFH-Gebiete regional begrenzt bearbeitet.
Im Kataster sind derzeit Spenderflächen aus folgenden Landschaftseinheiten enthalten: Altmarkplatten und Altmarkheiden, Elbtal (Tangermünder und Dessauer), Muldetal, Fuhneniederung, Großes Bruch und Bodeniederung, Ohreniederung, Tangergebiet und Ländchen im Elbe-Havel-Winkel, Nördliches, Östliches und Nordöstliches Harzvorland, Nördlicher Harzrand, Mittel- und Unterharz, Unteres Saaletal, Ohre-Aller-Hügelland, Hallesches Ackerland, Köthener Ackerland, Magdeburger Börde und Mosigkauer Heide.
Das Kataster enthält alle erforderlichen Informationen, die eine Einschätzung der Eignung einer Fläche nach naturschutzfachlichen Gesichtspunkten und wirtschaftlichen Aspekten zulassen und ermöglicht somit eine zügige und zielgerichtete Flächenrecherche.
Seit dem 1.4.2009 wird das Spenderflächenkataster im Rahmen eines Projektes an der Hochschule Anhalt (FH) fortgeführt. Es ist geplant, bis Ende 2011 für Sachsen-Anhalt flächendeckend alle potenziellen Spenderflächen in die Datenbank zu übernehmen.
Welche Flächen sind enthalten und warum? |
Folgende grundlegende Anforderungen musste eine Fläche erfüllen, um als potentielle Spenderfläche berücksichtigt zu werden:
- gute und regionaltypische Artenausstattung
- keine Veränderung durch Einsaaten mit handelsüblichem Saatgut
- möglichst keine Problemarten
- +/- regelmäßige (möglichst extensive) Pflege
- in absehbarer Zeit keinen Nutzungsänderungen
- möglichst Vorhandensein von Informationen zur qualitativen Ausprägung (Artenlisten, Erhaltungszustand etc.)
Alle Flächen wurden im Rahmen des Projektes im Gelände besichtigt, ihre potenzielle Eignung nach bestimmten Kriterien bewertet und auf einem Erhebungsbogen vermerkt. Zusätzlich wurden bereits vorhandene Daten genutzt. Der Erhebungsbogen ist verständlich, übersichtlich und selbsterklärend gestaltet. Zusätzlich stehen Ihnen weiterführende Hinweise zum Erhebungsbogen zur Verfügung.
[... Hinweise zum Erhebungsbogen ...]
Besondere Bedeutung kommt der naturschutzfachlichen Eignung zu, die über generelle Einsatzmöglichkeiten des Begrünungsmaterials entscheidet. In der folgenden Tabelle ist die naturschutzfachliche Eignung in der verwendeten dreistufigen Skala definiert und werden die Einsatzmöglichkeiten je nach Eignung beschrieben.
[... zur Tabelle "Naturschutzfachliche Eignung" ...]
Das Kataster und die darin enthaltenen Artenlisten erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit! Für die Erhebungen stand nur eine Vegetationsperiode zur Verfügung, so dass die meisten Flächen nur einmalig besichtigt und bewertet wurden. Je nach Zustand der Fläche zum Aufnahmezeitpunkt (z.B. vorherige Mahd oder Beweidung, ungünstiger phänologischer Zeitpunkt, etc.) kann die Qualität der Artenlisten hinsichtlich Zuverlässigkeit (insbesondere schwerbestimmbare Sippen) und Vollständigkeit variieren.
Wie funktioniert es? |
Um zielgerichtet recherchieren zu können, sollten Ihnen bereits möglichst viele Informationen zu der Fläche vorliegen, welche mittels naturnaher Methoden begrünt werden soll. Wichtig ist, dass die Standortfaktoren bekannt sind. Diese entscheiden darüber, welche Zielgesellschaft mit welchen Methoden etabliert werden kann (siehe Tabelle "Übersicht über Standorttypen"). Ebenfalls von Bedeutung ist auch das eigentliche Begrünungsziel. Soll ein naturschutzfachlich wertvoller Grünlandbestand geschaffen werden (z.B. im Rahmen der Eingriffsregelung) oder soll die Begrünung lediglich zum Erosionsschutz erfolgen? Hieraus ergeben sich unterschiedliche Ansprüche an die Spenderfläche (siehe Tabelle "Naturschutzfachliche Eignung").
Die Begrünungs- und die Spenderfläche sollten möglichst nur eine geringe Entfernung untereinander aufweisen. Als Mindestanforderung sollten sich beide Flächen in der gleichen naturräumlichen Großlandschaft befinden (siehe Karte "Landschaftsgliederung Sachsen-Anhalt"). Insgesamt gilt hier jedoch: je näher, desto besser - auch aus wirtschaftlicher Sicht! Die Größe der zu begrünenden Fläche sollte ebenfalls bekannt sein. Je nach Standortfaktoren, Begrünungsziel und Ausprägung der Spenderfläche ist ein bestimmtes Übertragungsverhältnis - also Größe der Spenderfläche zur Begrünungsfläche - notwendig (siehe Tabelle "Übertragungsverhältnis").
Wir empfehlen die Recherche von Spenderflächen nach folgenden Auswahlkriterien:
- Biotoptyp
Daneben ist die Suche nach Vegetationseinheiten auf Verbandsebene möglich.
[... zur Tabelle der Biotop- und Lebensraumtypen ...]
- Landkreis
[... zur Karte der bearbeiteten Landkreise ...]
- Naturraum/Landschaftseinheit
[... zur Karte "Landschaftsgliederung Sachsen-Anhalt" ...]
Zusätzlich ggf.:
- Naturschutzfachliche Eignung
[... zur Tabelle "Naturschutzfachliche Eignung" ...]
- Größe
Je nach Größe der Begrünungsfläche, wird es ggf. nötig sein, mehrere Spenderflächen zu recherchieren, welche sich idealerweise im räumlichen Zusammenhang befinden sollten. Auch kann es sinnvoll sein, besser mehrere kleine, aber gut geeignete Flächen zu nutzen, als eine große, welche aber aus naturschutzfachlicher Sicht lediglich bedingt geeignet ist.
- Flächenbezeichnung
Die Bezeichnung der Flächen wurde in Anlehnung an geläufige Namen (z.B. Flurnamen), geographische Bezeichnungen, Schutzgebietsbezeichnung und Ortsnamen vergeben. Die Suche erfolgt nach Teiltexten. So werden z.B. bei der Eingabe von "Rappberg" die Flächen "Rappberg", "Fläche südöstlich des Rappberges" und "Hang südwestlich des Rappberges" gefunden.
Nach dem Sie ihre Rechercheeinstellungen vorgenommen haben, werden Ihnen automatisch alle auf Ihre Suchkriterien zutreffenden Flächen in einer Liste angezeigt. Aus dieser Liste können Sie wählen und erhalten weitergehende Informationen zur Fläche.
Das Rechercheformular enthält eine einfache Hilfefunktion, welche Sie über alle wesentlichen Schritte informiert und die Bedeutung der einzelnen Buttons erklärt.
Was muss ich tun, wenn ich eine Fläche als Spenderfläche nutzen möchte? |
Die Recherche unter dieser Plattform, stellt keine Garantie dar, dass das Material der von Ihnen recherchierten Flächen auch zu dem von Ihnen gewünschten Zeitpunkt zur Verfügung steht und genutzt werden kann. Sie stellt ebenfalls keine Erlaubnis dar, eigenständig eine Nutzung von recherchierten Flächen durchzuführen (Sammlung von Samen, Mahd etc.).
Haben Sie eine geeignete Fläche im Kataster gefunden, wenden Sie sich bitte an die zuständige Untere Naturschutzbehörde (siehe Adressliste). Die Mitarbeiter werden Ihnen helfen, mit den Eigentümern oder Nutzern in Kontakt zu treten und alle weiteren Schritte einzuleiten. Mit der Planung und Umsetzung der von Ihnen angestrebten Begrünungsmaßnahme sollten Fachkundige betraut werden, die in einem engen Austausch mit den Behörden, mit Ihnen, aber auch den Nutzern und den Eigentümern einer Fläche stehen.
Für die Nutzung des Materials muss i.d.R. eine Ausgleichszahlung vorgenommen werden, welche mit den Eigentümern bzw. Nutzern der Fläche zu verhandeln ist. Als Orientierung können folgende Zahlungen gelten (siehe Kostentabelle).
Allgemein gilt für naturnahe Begrünungsmaßnahmen, dass die optimale Nutzung der Spenderfläche immer Priorität hat, sich also keinesfalls an den Terminen und Ansprüche von geplanten Begrünungsmaßnahmen orientieren kann. Die Planung derartiger Maßnahmen, sollte dem angepasst werden. Das ist zwar etwas schwieriger als eine handelsübliche Saatgutmischung einzusetzen, lohnt sich aber!
Wird die Datenbank aktualisiert? |
Die Pflege der Datenbank wird von den Bearbeitern des Projektes vorerst ehrenamtlich fortgeführt. Eine vollständige Überprüfung der Flächendaten sollte nach ca. 3 Jahren erfolgen. Die hier bereitgestellten Daten wurden in der Vegetationsperiode 2007 erhoben. Sie sollten den aktuellen Zustand der Spenderflächen bis zu einer erneuten Aktualisierung weitgehend widerspiegeln. Bei Änderungen im Nutzungs- oder Pflegeregime, können Offenlandflächen jedoch auch in relativ kurzen Zeiträumen mit Veränderungen in Struktur- und Artenzusammensetzung reagieren. Wir bitten dies bei ihren Recherchen zu beachten.
Um die Datenbank über den Projektzeitraum hinaus so aktuell wie möglich halten zu können, bitten wir Sie gern um Ihre Unterstützung!
Lassen Sie uns wissen, was sie wissen!
Melden Sie uns Ihnen bekannte naturschutzfachlich wertvolle Flächen, von denen Sie meinen, dass sie als Spenderflächen für naturnahes Begrünungsmaterial geeignet sind. Wir nehmen Flächenvorschläge für ganz Sachsen-Anhalt entgegen, bitte beachten sie aber die allgemeinen Anforderungen, welche solche Flächen erfüllen sollten! Wird eine Fläche gemeldet, werden wir die zeitnahe Aufnahme in das Kataster anstreben. Ein Anspruch darauf besteht allerdings nicht. Weiterhin bitten wir Sie, uns Änderungsvorschläge (z.B. Arteninventar, Änderung des Nutzungsregimes) mitzuteilen.
[... zur Meldung neuer Spenderflächen ...]
[... zur Meldung von Änderungsvorschlägen ...]
Sie haben aber auch die Möglichkeit uns Ihren Vorschlag per Post oder Fax zuzusenden!
[... Hinweise zum Erhebungsbogen ...]
Kontaktdaten:
Hochschule Anhalt (FH) Bernburg, FB 1
z.Hd. Ines Hefter
Strenzfelder Allee 28
06406 Bernburg
Fax: 03471-355 1235
Spenderflächenkataster aktualisiert!
Im Spenderflächenkataster sind ab sofort die Daten der Erhebungen von 2009 verfügbar!
Damit erhöht sich der Flächenbestand auf über 300 Flächen. Im aktuellen Jahr 2010 werden die Kartierungen für die komplette Landesfläche fortgeführt, so dass der Datenbestand weiter regelmäßig aktualisiert wird.
Außerdem wurde das Kataster optisch überarbeitet und um zahlreiche neue Funktionen erweitert, z.B. eine praktische Übersichtskarte des Landes und der Landkreise sowie eine Bildverwaltung zu den Flächen.






